Am 11. Juni 2012 erschien mein zweites Buch, „Shōtōkan - überlieferte Texte & historische Untersuchungen. Band II“. Gemeinsam mit Band I dient es dazu, das Training im herkömmlichen Karate mit dem notwendigen, aber oft nicht bekannten Hintergrundwissen zur Geschichte und Lehre zu vervollständigen. Bedeutende Persönlichkeiten der Shōtōkan-Strömung, wie Asato Ankō Sensei, Itosu Ankō Sensei, Funakoshi Gichin Sensei, Funakoshi Yoshitaka Sensei, Shigeru Egami Sensei, Hironishi Motonobu Sensei u. a., kommen darin zu Wort.
Heute ist die Verbindung von theoretischem Studium und praktischem Training – sozusagen Bun und Bu – für einige Leute nicht nachvollziehbar. Für sie ist „man“ entweder ein guter Praktiker bzw. Techniker oder aber ein guter Theoretiker bzw. Forscher. Beides zusammen in einer Person vereint scheint für sie ein Widerspruch zu sein. Für mich ist das kein Widerspruch. Beides hängt für mich unmittelbar zusammen und ist die Voraussetzung für dauerhaft erfolgreiches Training. Deswegen sei hier kurz auf meine theoretische Arbeit hingewiesen; mehr zum praktischen Training folgt selbstverständlich …
Hier gibt’s jedenfalls alle Informationen zu „Band II“:
https://www.gibukai.de/buch-shop/shōtōkan-überlieferte-texte-historische-untersuchungen-band-ii/
Und zu „Band I“ hier:
https://www.gibukai.de/buch-shop/shōtōkan-überlieferte-texte-historische-untersuchungen-band-i
© Henning Wittwer
Hier dreht sich alles rund ums Karate, vor allem die Praxis des Karate. Genauer gesagt geht es um das aus dem historischen Shōtōkan (1938-1945) stammende Karate, das ich lerne und trainiere, um ein paar Gedanken meines Lehrers sowie mein eigenes Training. Viel Spaß beim Lesen!
Montag, 25. Juni 2012
Mittwoch, 9. Mai 2012
Besuch in der Druckerei
Heute führte mich mein Weg durch gelbe Rapsblütenmeere und duftende Fliederwolken zu der Druckerei, in der 2007 „Shōtōkan – überlieferte Texte & historische Untersuchungen“ gedruckt wurde. Grund meines Besuchs war der Druckauftrag für „Shōtōkan – überlieferte Texte & historische Untersuchungen. Band II“. Diese Druckerei ist nach eigenen Angaben ein Traditionsbetrieb, der bereits 1833 gegründet wurde. Vielleicht interessiert den einen oder anderen Leser, wo Band I angefertigt wurde und Band II gerade in Arbeit ist. Deshalb anbei ein leicht verwackeltes Bild …
© Henning Wittwer
© Henning Wittwer
Sonntag, 22. April 2012
Karate-Lehrgang in Niesky: Bildnachlese
... grundlegende Übungen zum Verstehen der "Körperstruktur" im orthodoxen Shōtōkan-Ryū oder ...
... auch theoretische Erläuterungen zu geschichtlichen Hintergründen und zur Lehre.
Danke nach Leipzig, Dessau, Löbau, München, Freiberg und natürlich Niesky!
Dienstag, 10. Januar 2012
Shōtōkan Stock Lehrgang 2012 in Niesky
Am ersten Wochenende im März 2012 veranstaltet der Nieskyer Karate-Verein erneut einen Karate-Lehrgang mit mir, bei dem es um den Stock (Kon bzw. Bō) im Shōtōkan-Ryū geht. Wie im letzten Jahr wird es zwei Gruppen geben, eine für Karateka, die bereits an meinen Lehrgängen teilgenommen haben, und eine für Neueinsteiger auf dem Gebiet des Shōtōkan-Stocks. Weitere Infos auf der Einladung links (durch Anklicken kann sie vergrößert werden).
Wenden Sie sich bitte für organisatorische Fragen und um sich anzumelden an den Organisator.
Inhaltliche Fragen können Sie gerne an mich richten:
Gibukai@gmx.de
© Henning Wittwer
Wenden Sie sich bitte für organisatorische Fragen und um sich anzumelden an den Organisator.
Inhaltliche Fragen können Sie gerne an mich richten:
Gibukai@gmx.de
© Henning Wittwer
Montag, 2. Januar 2012
Eindrücke vom Karate-Lehrgang in Basel
Das Teilnehmerfeld bestand aus schweizerischen, deutschen und französischen Karateka, von denen die Mehrzahl schon „etwas“ länger Teil der Karate-Welt ist. Alle Anwesenden waren sehr wissbegierig und trotz qualmender Köpfe – den Begriff „Lehrgang“ nehme ich wörtlich, d.h. ich vermittle tatsächlich Inhalte – bis zum Ende äußerst konzentriert. Für mich bot sich also ein gutes Umfeld, um Schritt für Schritt auch komplexere und anstrengendere Übungen einzuführen.
Meine Lehrgangsziele waren, daß alle Teilnehmer (1) den vollständigen Ablauf der Kata Shūji no Kon einschließlich ihrer technischen Anwendungsmöglichkeiten kennenlernen und (2) den technischen Zusammenhang zwischen „leerer Hand“ (unbewaffneten Verfahren) und den Stocktechniken im Shōtōkan-Ryū nachvollziehen und gewinnbringend umsetzen können. Rückmeldungen der Anwesenden bestätigten, daß beide Ziele erreicht wurden.
Ganz nebenbei bekam auch ich selbst mal etwas Neues zu Gesicht, nämlich eine großformatige, von Ōshima Tsutomu Sensei unterzeichnete Kalligraphie, die er in den 1970er Jahren einem seiner damals ranghöchsten Schüler in Europa schenkte. Es handelt sich bei ihr um eine aus vier Schriftzeichen bestehende Redewendung (Yoji Seigo). Japanisch wird sie „Iichi Kanshi“ gelesen und sie bedeutet etwa „Durchdringe dies mit Einem“ oder „Durchdringe ihn mit Einem“. Solche Funde lassen mein Herz höherschlagen!
Dankeschön und Merci bien nach Basel!
© Henning Wittwer
Montag, 19. Dezember 2011
Karate ist kein Yakuza-Fighting
Manchmal verlautbaren Leute, die sich für befähigt halten, ein solches Urteil abzuliefern, daß Karate „unrealistisch“ und ungeeignet für „die Straße“ sei. Mit „Karate“ meinen sie das, was sie selbst so aus ihrem meist nicht wirklich weiten Umfeld als „Karate“ kennen und für „Karate“ halten. Was oder wo genau „die Straße“ ist, läßt sich so leicht nicht beantworten, aber meist dürfte es sich dabei um eine eher diffuse Metapher für eine Situation handeln, in der sich jemand in einer nicht sportlichen Schlägerei wiederfindet oder als Opfer eines tätlichen Überfalls endet. Je nach Grad der Cleverness – weil wer den Durchblick hat, ist clever – werden dann Mixed Martial Arts (MMA), Krav Maga (KM) oder Supreme-Anti-Agonistic-Real-Terror-Vital-Point-Street-Defence-Jitsu (SAARTVPSDJ) – „Jitsu“ mit ‚i‘ – als „realistische“ Alternativen feilgeboten. Und damit verbunden entsteht ein Bild davon, wie ein „realistischer“ Kampf und folglich eine „realistische“ Vorbereitung auf denselben auszusehen hat. Klar, Karate kommt diesem Bild dann zumeist ganz und gar nicht nahe…
Ausweg aus dieser Misere ist, daß Karate „angepaßt“ werden „muß“, entweder subtil durch Integration von bunkaiistischen Lehren (die nichts anderes sind als MMA, KM, SAARTVPSDJ usw., welche in ein Karate-Korsett gezwängt wurden, um diesen bereits vorhandenen Markt nutzen zu können) oder direkt durch parallel laufendes Zusatztraining in MMA, KM, SAARTVPSDJ usw. Kurzum, nur wer diesem MMA-artigen Bild des sich prügelnden Kämpfens nahekommt, trainiert und ist „realistisch“!
Doch auch in einer Übungsform des Sport-Karate, die in Deutschland unverständlicherweise häufig „Randori“ genannt wird, findet manchmal nichts anderes als grobschlächtiges, mehr oder weniger „kontrolliertes“ Herumgeprügel statt. Dies läuft gerne mal unter dem Motto „nur die Harten kommen in den Garten“. Sorry, mit technisch ausgereiftem Karate hat so etwas nichts zu tun!
Kinder prügeln sich auf Schulhöfen – ohne jemals Karate oder gar MMA, KM, SAARTVPSDJ usw. trainiert zu haben. D.h., prügeln kann sich jeder. Je öfter sich jemand prügelt, desto versierter prügelt er sich. Um einfach mal „draufzukloppen“, brauche ich schlicht gar nichts trainieren.
Lange Rede, kurzer Sinn: Karate hat nichts mit einer Prügelei zu tun.
Funakoshi Gichin Sensei lehrte: „Karate ist die Kampfkunst der vollkommen tugendhaften Menschen (Kunshi).“
Einer seiner vielen Schüler, Kubota Shōichi Sensei, betonte: „Karate ist keine Rauftechnik (Kakutō-Gi).“
Und mein eigener Karate-Lehrer, Harada Mitsusuke Sensei, meint beispielsweise: „Karate ist kein Yakuza-Fighting.“
Aus technischer Sicht wäre es Zeit- und Energieverschwendung, einer technisch derartig tiefgründigen Kampfkunst wie Karate nachzugehen, wenn der Trainierende sich eigentlich nur hin und wieder mal prügeln oder in der Annahme einkuscheln will, daß er durch seine Trainingsteilnahme bestimmt als „Sieger“ aus künftigen Schlägereien hervorgehen wird. In diesen Fällen sind MMA, KM, SAARTVPSDJ usw. tatsächlich die sinnvollere Wahl.
Technisches Ziel im Budō-Karate ist die möglichst schnelle Beendigung einer kämpferischen Situation, nicht ein in die Länge gezogener Schlagaustausch. Und eben auf Grund dieses anspruchsvollen Ziels ist ein enormer Trainingsaufwand (und ein tatsächlich kompetenter Sensei) notwendig. Mein Trainingsziel diktiert Inhalt und Methode meines Trainings. Verfolge ich also ein anderes Ziel, wird es Zeit, mich dem Training einer anderen Kampfkunst, einem Kampfsport oder was auch immer zu widmen. Halte ich andererseits das technische Ziel des Budō-Karate für „realistisch“, erreichbar und erstrebenswert, dann muß ich auch demgemäß trainieren. Denn Wischiwaschi erzeugt Wischiwaschi…
© Henning Wittwer
Ausweg aus dieser Misere ist, daß Karate „angepaßt“ werden „muß“, entweder subtil durch Integration von bunkaiistischen Lehren (die nichts anderes sind als MMA, KM, SAARTVPSDJ usw., welche in ein Karate-Korsett gezwängt wurden, um diesen bereits vorhandenen Markt nutzen zu können) oder direkt durch parallel laufendes Zusatztraining in MMA, KM, SAARTVPSDJ usw. Kurzum, nur wer diesem MMA-artigen Bild des sich prügelnden Kämpfens nahekommt, trainiert und ist „realistisch“!
Doch auch in einer Übungsform des Sport-Karate, die in Deutschland unverständlicherweise häufig „Randori“ genannt wird, findet manchmal nichts anderes als grobschlächtiges, mehr oder weniger „kontrolliertes“ Herumgeprügel statt. Dies läuft gerne mal unter dem Motto „nur die Harten kommen in den Garten“. Sorry, mit technisch ausgereiftem Karate hat so etwas nichts zu tun!
Kinder prügeln sich auf Schulhöfen – ohne jemals Karate oder gar MMA, KM, SAARTVPSDJ usw. trainiert zu haben. D.h., prügeln kann sich jeder. Je öfter sich jemand prügelt, desto versierter prügelt er sich. Um einfach mal „draufzukloppen“, brauche ich schlicht gar nichts trainieren.
Lange Rede, kurzer Sinn: Karate hat nichts mit einer Prügelei zu tun.
Funakoshi Gichin Sensei lehrte: „Karate ist die Kampfkunst der vollkommen tugendhaften Menschen (Kunshi).“
Einer seiner vielen Schüler, Kubota Shōichi Sensei, betonte: „Karate ist keine Rauftechnik (Kakutō-Gi).“
Und mein eigener Karate-Lehrer, Harada Mitsusuke Sensei, meint beispielsweise: „Karate ist kein Yakuza-Fighting.“
Aus technischer Sicht wäre es Zeit- und Energieverschwendung, einer technisch derartig tiefgründigen Kampfkunst wie Karate nachzugehen, wenn der Trainierende sich eigentlich nur hin und wieder mal prügeln oder in der Annahme einkuscheln will, daß er durch seine Trainingsteilnahme bestimmt als „Sieger“ aus künftigen Schlägereien hervorgehen wird. In diesen Fällen sind MMA, KM, SAARTVPSDJ usw. tatsächlich die sinnvollere Wahl.
Technisches Ziel im Budō-Karate ist die möglichst schnelle Beendigung einer kämpferischen Situation, nicht ein in die Länge gezogener Schlagaustausch. Und eben auf Grund dieses anspruchsvollen Ziels ist ein enormer Trainingsaufwand (und ein tatsächlich kompetenter Sensei) notwendig. Mein Trainingsziel diktiert Inhalt und Methode meines Trainings. Verfolge ich also ein anderes Ziel, wird es Zeit, mich dem Training einer anderen Kampfkunst, einem Kampfsport oder was auch immer zu widmen. Halte ich andererseits das technische Ziel des Budō-Karate für „realistisch“, erreichbar und erstrebenswert, dann muß ich auch demgemäß trainieren. Denn Wischiwaschi erzeugt Wischiwaschi…
© Henning Wittwer
Freitag, 7. Oktober 2011
Shōtōkan Stock Lehrgang in Basel, Schweiz
Für den 5. und 6. November 2011 erhielt ich eine freundliche Einladung in die Schweiz, nach Basel, um dort einen Karate-Lehrgang abzuhalten. Thema dieses Lehrgangs wird der Stock (Bō bzw. Kon) aus dem Shōtōkan sein.
Samstag Vormittag starten wir mit einem Vortrag zu den geschichtlichen, philosophischen und technischen Hintergründen des Stocks aus dem historischen Shōtōkan-Dōjō (1938-1945).
Dann folgt das schrittweise Erlernen des Ablaufs der Kata Shūji no Kon, welche im Shōtōkan-Ryū die Kihon-Gata mit dem Stock darstellt. Trainingsziel ist, daß jeder Teilnehmer den Ablauf nach dem Wochenende drauf hat, um ihn danach allein und seiner Shōtōkan-Ausprägung gemäß weiterüben zu können.
Natürlich führen wir zur Unterstützung jede Menge Partnerübungen durch, so daß nicht nur die Technik selbst klar wird, sondern auch die technische Verbindung von Stock und leerer Hand im Shōtōkan-Ryū.
Der Lehrgang dient der Einführung in das Thema, d.h. vor allem ist er für Karateka gedacht, die noch keine Erfahrungen mit dem Shōtōkan-Stock besitzen. Grundsätzlich sind Mitglieder aller Shōtōkan- und Shōtōkai-Gruppierungen willkommen. Jedoch sollten die Teilnehmer keine Anfänger sein und zumindest die Abläufe der ersten drei Heian-Formen kennen. Ein eigener Bō (ca. 1,82 m) wäre auch mitzubringen.
Zeitplan:
Samstag
9:oo - 12:oo Uhr und 14:oo - 17:oo Uhr
Sonntag
10:oo - 13:oo Uhr
Samstag
9:oo - 12:oo Uhr und 14:oo - 17:oo Uhr
Sonntag
10:oo - 13:oo Uhr
Trainingsort:
Turnhalle Missionsstrasse 21
4055 Basel
4055 Basel
Schweiz
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