Donnerstag, 25. Januar 2024

Karate-Lehrgang mit Henning Wittwer am 16. & 17. März 2024 in Niesky

 

Am dritten Märzwochenende 2024 wird erneut ein öffentlicher Karate-Lehrgang mit mir stattfinden. Auf dem Programm stehen die Stock-Kata des Karate-Dō Shōtōkan-Ryū. Dieser Lehrgang ist für Anhänger aller Shōtōkan- und Shōtōkai-Gruppen ausgelegt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt und es wird zwei Gruppen geben. Infos zur Teilnahme und Anmeldung können dem Poster oder dem PDF auf meiner Webseite entnommen werden.

© Henning Wittwer

Sonntag, 2. April 2023

Ein Stocklehrgang mit umgestellten Uhren

Ausschließlich Karateka, die schon mehrfach an meinen Karate-Lehrgängen zum Thema Stock im Shōtōkan-Ryū teilgenommen haben, fanden sich am 25. und 26. März 2023 in Niesky zusammen, um ihr diesbezügliches Wissen und Können zu festigen und zu vertiefen.

Als Ausgangspunkt des Lehrgangs wählte ich die Kata Sakugawa no Kon und wies erneut darauf hin, dass es sich um die Fassung aus dem Karate-Dō Shōtōkan-Ryū handelt. Es ging also nicht um Sakugawa no Kon aus „irgendeiner“ modernen Richtung des „Kobudō“.
 
Schritt für Schritt vermittelte ich allen Teilnehmern also den technischen Ablauf dieser Kata und wies dabei auf technische Kniffe der Stockführung im Stil des historischen Shōtōkan (1938–1945) hin. In diesem Zusammenhang zeigte ich auch praktische Unterschiede zu anderen Stilen des aus Okinawa stammenden Stockkampfs auf.
Für ebenso wichtig erachte ich ein gutes Verständnis von den theoretischen Grundlagen, wie Lehre, Geschichte, Methodik oder auch Folklore des Stocks im Shōtōkan-Ryū. Denn dieses Wissen hat unmittelbaren Einfluss auf die Übungspraxis des Karate, falls es bekannt ist und zudem auch angenommen wird … Folglich standen gleichfalls theoretische Exkurse auf meinem Programm.
Hand in Hand mit der Soloform Sakugawa no Kon stellte ich viele verschiedene Partnerübungen (Kumibō) vor, bei denen einzelne Bewegungen und Bewegungsfolgen der Kata mit bzw. gegen Handlungen eines ebenfalls mit Stock bewaffneten Übungspartners eingesetzt werden konnten. Dabei unterschied ich eher „harte“ () und eher „weiche“ () Techniken.
Ebenso verglich ich bestimmte Techniken mit dem Stock mit denen ohne Waffen, die etwa in den Kata Tekki Shodan, Bassai, Kankū und Ten no Kata geübt werden. Diese Vergleiche, so hoffe ich, helfen dabei, das von Funakoshi Gichin Sensei und einigen seiner Schüler gelehrte Konzept der Einheit des Trainings mit „leeren Händen“ und des Trainings mit Stock besser zu verstehen, nachzuempfinden und im eigenen Keiko umzusetzen.
Schließlich durften für die fortgeschrittenen Teilnehmer die „traditionellen“ Partnerübungen mit leerer Hand gegen Angriffe mit dem Stock (Bō-Dori), wie sie von Funakoshi Sensei gelehrt wurden, nicht fehlen.
Ungeachtet der umzustellenden Uhren an jenem Lehrgangswochenende waren alle Teilnehmer erfreulicherweise sehr wach und interessiert, so dass es mir nicht schwerfiel, den geplanten Stoff an Frau und Mann zu bringen …

Danke nach Ilmenau, Dippoldiswalde, Leipzig, Seifhennersdorf, Bernau und natürlich Niesky!

© Henning Wittwer

Samstag, 8. Oktober 2022

Tekki im Thüringer Wald: Rückblick auf meinen Karate-Lehrgang in Ilmenau

Bereits zum zweiten Mal folgte ich am 10. und 11. September 2022 einer freundlichen Einladung in die sehenswerte thüringische Universitätsstadt Ilmenau, um dort – unterstützt von meinem Trainingspartner Rico Fuchs – einen Karate-Lehrgang zu leiten. Thematisch sollte es an jenem Wochenende um die Tekki-Serie innerhalb des Lehrgebäudes des Karate-Dō Shōtōkan-Ryū gehen.


Hierzu erläuterte ich anfangs das um 1900 herum gebräuchliche Tai-Yō-Konzept sowie das herkömmliche Verständnis von Kata im Verhältnis zum Kumite.


Von diesen Trittsteinen ausgehend, vermittelte ich den Teilnehmenden aus Nah und Fern Grundlegendes zur von Funakoshi Gichin Sensei ausgeübten und gelehrten Krafterzeugung in den Tekki-Formen.


Obwohl diese Art von Körpereinsatz für alle eine ungewohnte Herausforderung darstellte, sah ich erfreut, dass sie sie einmütig umzusetzen versuchten.


Erfreut war ich deshalb, weil ich nur zu gut in Erinnerung habe, wie starrköpfig viele Karateka auf von mir in der Vergangenheit besuchten Lehrgängen mit verschiedenen japanischen Lehrmeistern, ungeachtet des unterrichteten Stoffs, „ihr Ding“ durchzogen …


Auf den Solo-Kata aufbauend, stellte ich zudem verschiedene einfache und komplexere Kumite-Formen vor, die sowohl - als auch -Aspekte des Shōtōkan-Ryū umfassten. Dabei verdeutlichte ich den Anwesenden immer wieder die Verbindung von Tekki einerseits und eingeübtem Kumite andererseits.

Darüber hinaus erklärte ich verschiedene, das Thema betreffende geschichtliche, sprachliche, taktische und methodische Hintergründe sowie einige technische Unterscheidungsmerkmale zwischen Tekki aus dem historischen Shōtōkan (1938–1945) und Fassungen dieser Kata aus anderen Übertragungslinien. Wer sie noch einmal „in Ruhe“ nachlesen möchte, hat dazu die Möglichkeit in meinem Band I und meiner Nyūmon-Übersetzung.

Als sehr angenehm empfand ich die lernwillige und konzentrierte Trainingsatmosphäre, die es mir ermöglichte, die eingeplanten Inhalte problemlos weiterzugeben. Abgerundet wurde mein Besuch durch die einwandfreie Organisation meiner Gastgeber.

Dankeschön nach Ilmenau!

© Henning Wittwer

Sonntag, 31. Juli 2022

Karate-Lehrgang in Ilmenau im September 2022

Anfang September werde ich in Ilmenau einen Karate-Lehrgang zum Thema Tekki im Shôtôkan leiten. Alle Infos sind auf dem Plakat zu finden.



Montag, 29. Juni 2020

Das Karate aus dem historischen Shōtōkan in Wort und Bild

Funakoshi Gichin Sensei verfasste 1943 als „Shōtōkan Shihan“ das Buch „Einführung in das Karate“. Kase Taiji Sensei erwähnte es auf ein, zwei seiner Lehrgänge als wichtige Quelle für altes Shōtōkan-Ryū. Mein eigener Karate-Lehrer nahm im Jahr der Veröffentlichung seine Karate-Übung in eben jenem Shōtōkan-Dōjō auf und lernte dort die im Buch umfassend vermittelte „Ten no Kata“.

Keine Frage – dieses Werk besitzt für mich einen enormen Wert. Daher war es mir ein besonderes Anliegen, es deutschsprachigen Anhängern des Shōtōkan-Ryū zugänglich zu machen. Am 17. Juni konnte ich schließlich meine vollständige und direkte Übersetzung dieses Schatzes mit allen Originalbildern veröffentlichen.

Für Interessenten am Karate aus dem historischen Shōtōkan (1938–1945) bietet es die Möglichkeit, die Grundlagen dieses Karate in seiner Gesamtheit (d. h. nicht als bloße Ansammlung von einigen Körpertechniken) theoretisch und praktisch kennenzulernen. Denn es ist wie eine Art Karate-Lehrgang geschrieben, bei dem Funakoshi Gichin Sensei selbst sein Karate einschließlich Geschichte, Folklore, Strategie, Lehre, Fachbegriffen und Technik vermittelt.

Zusätzlich liefere ich viele Anmerkungen und Hinweise zu sprachlichen und inhaltlichen Fragen bezüglich dieses Werks. Meine „Untersuchungen zu Funakoshi Gichins Einführung in das Karate“ erschienen in begrenzter Auflage und können hier bestellt werden:

https://www.gibukai.de/buch-shop/karate-nyumon-funakoshi/

© Henning Wittwer

Donnerstag, 26. März 2020

Von Stöcken und Seife

Vorzeichen, die unterschiedlicher nicht sein konnten, begleiteten mich in den Wochen und Tagen vor meinem diesjährigen Karate-Lehrgang in Niesky Anfang März. Zum einen freute ich mich, dass es neben ein paar neuen Teilnehmern auch Anmeldungen von Wiederholungstätern auf dem Feld des Shōtōkan-Stocks gab. Zum anderen waren da Nachrichten aus China, denen Nachrichten aus Europa folgten, die eindringlich vor einem neuen Corona-Virus warnten. Sie veranlassten mich, besonders gut den Informationen eines sächsischen Virologen zu lauschen, um die Durchführbarkeit des Lehrgangs zu erwägen. Zu diesem Zeitpunkt war das Gefährdungspotential vor Ort gering, doch wir waren gewarnt und achteten besonders auf das Vorhandensein von Seife in den beiden Hallen.

Alle Teilnehmer blieben an dem Wochenende gesund und konnten obendrein viel lernen und vertiefen. Für Neulinge stand mit Shūji no Kon die erste Stock-Kata des Shōtōkan-Ryū auf dem Programm. In diesem Zusammenhang konnte ich auch die nicht unwichtige Frage klären, ob die Reihenfolge des Unterrichts von mir stammt oder aus dem historischen Shōtōkan. Tatsächlich stammt sie aus letzterem …

In einer zweiten Gruppe vermittelte ich die von Funakoshi Yoshitaka Sensei stammende Matsukaze no Kon, die ein echtes Juwel des Shōtōkan-Ryū darstellt.

Neben den Abläufen und Feinheiten dieser beiden Kata gab es auch zahlreiche Partnerübungen (Kumibō), die mit diesen Formen in Zusammenhang stehen. Wie ich in den Theorieteilen erklärte, bildeten die Solo-Kata die historische Grundlage des Lehrgebäudes, auf denen Partnerübungen aufbauten. Erfahrene Teilnehmer übten darüber hinaus zum ersten oder wiederholten Mal unbewaffnete Verfahren gegen Angriffe mit dem Stock (Bō-Dori), die ebenfalls Bestandteil des herkömmlichen Shōtōkan-Ryū sind.

Rauchende Köpfe, viele gestellte Fragen und Aha-Erlebnisse zeigten mir, wie erfreulich interessiert alle bei der Sache waren. Tatsächlich waren wir alle so vertieft, dass wir diesmal die Fotos fast vergaßen …


Eine Woche später wurden in Niesky und landesweit alle Turnhallen als Teil umfassender Schutzmaßnahmen vor dem neuen Corona-Virus verschlossen.

Danke nach Ilmenau, Scharbeutz, Dippoldiswalde und natürlich Niesky!

© Henning Wittwer